Was ist Radon?

Aus Uran, das natürlicherweise in Böden und Gesteinen vorhanden ist, entsteht durch radioaktiven Zerfall Radon. Es ist ein so genanntes Edelgas, das normalerweise keine chemischen Verbindungen eingeht und daher sehr beweglich ist: Es strömt ungehindert durch Erd- und Gesteinsschichten hindurch und kann sich so in Kellern und den unteren Geschossen von Gebäuden anreichern. Bei seinem weiteren radioaktiven Zerfall sendet es radioaktive Strahlung aus. Auch seine Zerfallsprodukte (radioaktives Blei, Polonium, Bismut) zerfallen weiter, sind dann aber partikelförmig und lagern sich in der Lunge ab. Durch ihre Strahlung schädigen sie die Erbinformation im Lungengewebe. Radon ist daher nach dem Rauchen Ursache Nummer 2 für Lungenkrebs. Etwa fünf Prozent dieser Todesfälle sind auf Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zurückzuführen.

Technisches

Radon entsteht als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe des in allen Böden und Gesteinen vorhandenen Uran-238 über Radium-226.

Es gibt noch die Isotope (Sonderformen) Radon-219 (historisch “Actinon” genannt) und Radon-220 (“Thoron”). Radon-222 (Radon) ist jedoch das Hauptproblem unter den Isotopen. Sie sind Teile der folgenden natürlichen Zerfallsreihen:

  • Uran-235 (Uran-Actinium-Reihe)
  • Thorium-232 (Thorium-Reihe) und
  • Uran-238 (Uran-Radium-Reihe).

Die isotope sind alle radioaktiv, d.h. ihre Atomkerne zerfallen und senden dabei Strahlung aus: Die so genannte Halbwertszeit von Radon beträgt 3,8 Tage. Das bedeutet, dass – unabhängig davon, in welcher Konzentration Radon vorhanden ist – nach fast vier Tagen die Hälfte davon in seine Folgeprodukte unter Aussendung von radioaktiver Strahlung zerfallen ist.

Kurzlebige Radon-Folgeprodukte sind Isotope von Polonium, Wismut und Blei. Diese sind ebenfalls radioaktiv und haben eine sehr kurze Halbwertszeit. Ihre Atomkerne zerfallen in wenigen Minuten und senden dabei Alphastrahlung aus, die menschliches Gewebe schädigen können.

Die radioaktiven Radon-Folgeprodukte sind nicht mehr gasförmig, sondern sind ultrafeine Partikel, die sich an feinste Staubteilchen in der Luft anlagern. Diese Staubpartikel werden nun eingeatmet. In der Lunge zerfallen die eingeatmeten Radon-Folgeprodukte und senden radioaktive Strahlung aus. Diese Strahlung schädigt die Erbinformation in den Zellen des Lungengewebes und löst so Lungenkrebs aus.

Radon ist ziemlich gut wasserlöslich und kann dadurch auch mit dem Trinkwasser in Gebäude gelangen:

Löslichkeit bei 0 °C:         510 cm³ pro Liter
Löslichkeit bei 20 °C:      230 cm³ pro Liter

Ein Problem ist das hauptsächlich bei Hauswasseranlagen. In den Trinkwasseranlagen der Wasserversorger gast das Radon in der Regel bei der Wasseraufbereitung aus. Aus diesem Grund müssen Wasserwerke bundesweit, unabhängig von den Radonvorsorgegebieten, in ihren Aufbereitungsanlagen Radonmessungen durchführen.

Radon in Gebäuden

Wie hoch sich Radon in einem Gebäude anreichert, hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Wieviel Radon entsteht im Untergrund?
  • Wie durchlässig ist der Untergrund für den Transport von Radon (Sand, Ton, Felsen)?
  • Wie wurde das Gebäude gebaut?
  • Wie werden die Räume gelüftet?

Geringere Anteile an Radon gelangen auch über Baustoffe und das Trinkwasser (siehe oben) in die Innenräume.

Im durchschnittlichen Jahresmittel weisen Aufenthaltsräume in Deutschland eine Radon-Konzentration von rund 50 Becquerel pro Kubikmeter auf. Es gibt aber Gegenden (unter anderem die Radonvorsorgegebiete) in denen die Konzentrationen ungleich höher sind, bis zu mehrere 1.000 oder selten gar mehrere 10.000 Bq/m³. Selbst lokal sind die Unterschiede dramatisch groß. Deshalb können nur Messungen sicher klären, welche Radon-Konzentrationen in den Aufenthaltsräumen eines Gebäudes tatsächlich vorliegen. Die Vorsorgegebiete dürfen nicht zu einer falschen Sicherheit führen. In der Eifel sind beispielsweise in der Grenzregion zu Belgien sehr hohe Radonwerte zu messen. Diese „verlieren“ sich aber im Durchschnittswert der von den Landesregierungen bewerteten Gebieten. Den belasteten Bewohnern und Arbeitskräften ist damit aber nicht geholfen.

Alte Gebäude sind häufiger betroffen als neue Gebäude, Gebäude mit Keller häufiger als solche ohne Keller, davon Gebäude mit Bodenplatte seltener als solche mit Stampflehmboden. Die Radonkonzentrationen in den Innenräumen eines einzelnen Gebäudes können nicht prognostiziert werden.

Radon kann sich in alle Räume ausbreiten. In der Regel ist die Konzentration im Keller und im Erdgeschoss am höchsten. In höheren Etagen nimmt die Radonkonzentration üblicherweise ab, weil sich das aus dem Gebäudeuntergrund eindringende Radon in den höheren Etagen mehr und mehr mit radonarmer Außenluft vermischt.

Trügerisch ist die Radonkarte Deutschlands. Aussagen zur Radonkonzentration in einzelnen Gebäuden oder im Baugrund bestimmter Grundstücke können aus der Karte nicht abgeleitet werden. Die Situation in einem bestehenden Gebäude kann nur durch Messungen der Radonkonzentration in der Raumluft ermittelt werden.

Um Sicherheit in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung zu erlangen oder um die Messpflichten in Ihrem Unternehmen zu erfüllen bieten wir Ihnen die nachfolgenden behördlich zertifizierten Dosimeter an.

Wichtig: Kurzzeitmessungen können einen ersten Überblick, insbesondere im Privatbereich bringen. Nach Strahlenschutzgesetz / Strahlenschutzverordnung muss im gewerblichen Bereich eine Langzeitmessung mit akkreditierten Exposimetern über 12 Monate erfolgen. Wenn dringend Zwischenergebnisse nötig sind (beispielsweise bei Verdacht auf sehr hohe Konzentrationen) sind Ausnahmen möglich. Bitte stimmen Sie sich hierzu mit unseren Expertinnen und Experten ab. 

Diese können Sie hier bestellen!

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Volker Gutzeit
Radon Messdienstleister (TÜV)
Tel: +49 2131 752918-31
E-Mail: volker.gutzeit@unitronic.de

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