Schutzmaßnahmen gegen Radon – Was sie alles beachten müssen

Radon ist ein radioaktives Edelgas, welches in natürlichen Gesteinsschichten des Erdreiches vorkommt. Es entsteht als Zerfallprodukt von Uran wie auch Radium und weisst in seiner gasförmigen Beschaffenheit die Eigenschaft auf, schwerer als Luft zu sein. Radon, genauer Radon-222, hat eine Halbwertszeit von 3,8 Tagen, wobei jedoch durch den kontinuierlichen Zerfallprozesses von Radium bzw. Uran eine um mehrere Nullstellen höhere Halbwertszeit vorliegt, und dadurch ein bestehende und akute Strahlenbelastung nachzuweisen ist. Die im Boden aufzufindende Konzentrationsmenge in Deutschland variiert von Gebiet zu Gebiet und wird von dem Bund für Strahlenschutz (BfS) auf einer Karte der Radonrisikogebiete festgehalten. Diese Auflistung beinhaltet den Jahresmittelwert die bei Messungen der Radon-222 Konzentration in der bodennahen Atmosphäre in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) festgestellt worden sind. Die Konzentraton des Edelgases im Freien ist von den meteorologischen Bedingungen und den dadurch bedingten tages- und jahreszeitlichen Schwankungen abhängig und daher ist eine Langzeitmessung notwendig um eindeutige Aussagen über die Radonaktivitätskonzentration zu nennen.

Wie wird eine Messung durchgeführt?

Für eine bundeseinheitliche Qualität der Radonmessungen am Arbeitsplatz sicherzustellen muss eine Messungszeitraum von 12 Monaten vorliegen um den Jahresmittelwert der Radonkonzentration zu ermitteln. Durch die Tages- und Jahreszeiten kann es zu starken Schwankungen kommen. Gemäß §155 der Strahlenschutzverordnung müssen Messungen mit Messgeräten von anerkannten Anbietern durchgeführt werden, damit die resultierenden Ergebnisse von den zuständigen Behörden auch akzeptiert werden. Die Ergebnisse der Messungen müssen mindestens 5 Jahre aufbewahrt und die Resultate den betroffenen Arbeitskräften wie auch dem Personalrat oder Betriebsrat mitgeteilt werden. Sollten sich im angesiedelten Gebäude Fremdfirmen befinden müssen diese auch informiert werden, damit die Informationen bis zu den betroffenen Personen gelangen kann.

Wir arbeiten mit dem innerhalb der Lagercrantzgruppe befindliche Schwesterunternehmen Radonova, welches ein akkreditiertes Radon-Labor gemäß DIN ISO 17025 ist wie auch das weltweit führende Labor auf dem Gebiet der Radonmessung, sowie benannten Laboren, die vom BfS anerkannt sind gemäß §155 des Strahlenschutzgesetztes für die Radon Analyse zusammen um Ihnen zuverlässige und Leistungsfähige Methoden wie auch Produkte, welche von hohen europäischen Behörden und Instanzen anerkannt worden sind, unterstützend zur Seite zustellen.

Schutzmaßnahmen in Wohnräumen

Innerhalb der eigenen Wohnräume können verschiedenste Maßnahmen zur Reduktion der Radonbelastung vorgenommen werden unter anderem ein regelmäßiges Durchlüften der Wohnräume, sodass in den Wintermonaten innerhalb des Gebäudes es zu keinem Kamineffekt kommt. Dieser Kamineffekt hat die Wirkung, dass der Durchmischungsvorgang der Luft innerhalb eines Gebäudes einen Unterdruck erzeugt, welcher es dem Radon einfach macht durch Mikrorisse im Fundament in den Keller zu gelangen. Vom Keller aus vermischt sich dann das Radon mit der Raumluft und gelangt dann durch den anhaltenden Kamineffekt und die Sogwirkung in die oberen Etagen. Da in den heizkräftigen Monaten nicht regelmäßig gelüftet wird bleibt das Radon innerhalb des Gebäudes. Im Gebäude selbst kann die Konzentration von Radon stetig steigen, da die Sogwirkung immer mehr Radon durch im Keller oder Fundament befindliche Risse strömen lässt.

Desweiteren sollte regelmäßig in mindestabständen von 10 Jahren Messungen durchgeführt werden und sollte bei den Messungen ersichtlich werden, dass der Referenzwert von 300 Bq/m³ als Jahresmittelwert überschritten wird, so muss ein Fachmann hinzugezogen werden, der die Eintrittswege des Radongases sowie die besten Lösungen zur Beseitigung der Probleme ermittelt.

Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz

Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt 4 Stufen an, die zum Radonschutz am Arbeitsplatz gelten.

Stufe 1: Messungen der Radon-Konzentration müssen vorgenommen werden

Stufe 1 gibt an, dass Messungen wie oben beschrieben erfolgen müssen. Anhand der vorliegenden Ergebnissen muss bestimmt werden ob weitere Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Wird bei den Messungen festgestellt, dass sich der Jahresmittelwert unter dem Referenzwert von 300 Bq/m³ liegt bedeutet das, dass der*die Arbeitgeber*in die gesetzliche Pflicht mit der Messung, dem Aufbewahren von Messergebnissen und der Informationskette von Mitarbeitern und Betriebsrat oder Personalrat erfüllt hat. Wenn hingegen der Richtwert überschritten wurde, so müssen Schutzmaßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration innerhalb des Gebäudes eingeleitet werden. Jedoch empfiehlt das BfS auch bei Werten unterhalb von dem Referenzwert von 300 Bq/m³, sofern möglich und in einem vertretbarem Aufwand, Maßnahmen zur Senkung der Radon-Konzentration auf freiwilliger Basis einzuleten.

Stufe 2: Maßnahmen zur Senkung der Radon-Konzentration

In Stufe 2 werden Maßnahmen zur Senkung der Radon-Konzentration am Arbeitsplatz bei Überschreitung des Referenzwertes vorgenommen. Ist der Referenzwert erreicht oder gar überschritten so müssen unverzüglich Maßnahmen eingeleitet werden um die Konzentration von Radon am Arbeitsplatz zu senken. Die Maßnahmen müssen innerhalb von 12 Monaten umgesetzt werden nach erhalt des Ergebnisberichts und innerhalb von 24 Monaten nach erhalt des ersten Ergebnisberichts muss eine erneute 12-monatige Messung als Kontrollmessung eingehalten werden um zu ermitteln, ob die vorgenommenen Maßnahmen erfolgreich waren.

Bei den Messungen müssen Messgeräte verwendet werden die nach §155 des Strahlenschutzgesetzes von anerkannten Anbietern vertrieben werden. Es ist daher wichtig, die selben Gegebenheiten wie bei der Erstmessung zu rekonstruieren. Auch bei der Kontrollmessung müssen Arbeitgeber*innen die Messerergebnisse der Kontrollmessung mindestens 5 Jahre aufbewahren und die Informationskette der betroffenen Personen wie auch schon bei der Erstmessung einhalten.

Sollte der Fall auftreten, dass die Fristen nicht eingehalten werden können so muss unverzüglich die zuständige Landesbehörde kontaktiert werden, sodass in Sonderfällen eine Aussetzung von Maßnahmen innerhalb der Stufe 2 ausgesetzt werden können, sollten diese mit der Behörde abgestimmt sein. Diese Sonderfälle müssen hingegen besondere Gründe aufweisen wie beispielsweise Belange des Arbeits- und Gesundheitsschutzes oder die Natur des Arbeitsplatzes.

Stufe 3: Meldung des Arbeitsplatzes bei der zuständigen Behörde

Sollte es nicht möglich sein den Jahresmittelwert unter 300 Bq/m³ zu senken aus verschiedensten Gründen so greift die Stufe 3 der Schutzmaßnahmen. Diese Stufe beinhaltet die Anmeldung des Arbeitsplatzes bei den zuständigen Behörden und umfasst

  • Informationen über den Arbeitsplatz und dessen Arbeitsbereich wie auch der Anzahl der am Arbeitsplatz betroffenen Arbeitskräften,
  • die Ergebnisse der Erstmessung (Stufe 1)
  • eine Stellungnahme der in Stufe 2 ergriffenen Maßnahmen zur Reduzierung der Radonbelastung wie auch die Ergebnisse der Kontrollmessung, wie auch
  • einen Erklärung welche weiteren Maßnahmen geplant sind zum Schutz der betroffenen Arbeitskräfte vor der Strahlenbelastung, die das Edelgas über die Atemwege aufnehmen.

Desweiteren muss vom Arbeitgeber*in eine Abschätzung der zu erwartenden Radon-Exposition für die Arbeitnehmer*innen vornehmen und dieses Ergebnis der zuständigen Landesbehörde mitteilen.
Liegt die Abschätzung der Strahlenbelastung durch Radon unter dem Richtwert der zu erwartenden Jahresdosis am Arbeitsplatz von 6 Millisievert, ist der Arbeitgeber*in dazu verpflichtet, unter Berücksichtigung aller Umstände, die Radon-Exposition so gering wie möglich zu halten und in regelmäßigen Abständen die Abschätzung zu überprüfen. Zu den Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenbelastung können Beschränkungen der Arbeitszeiten oder Arbeitsbereiche eingeführt werden oder es könnte gezielter gelüftet werden. Sollte jedoch der Millisievert Wert weiterhin über dem Schwellenwert von 6 Millisievert betragen muss Stufe 4 des Radonschutzes am Arbeitsplatz greifen.

Stufe 4: Anforderungen des beruflichen Strahlenschutz

In Stufe 4 müssen die Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes greifen. Dies tritt ein wenn die Abschätzungen der Jahresdosis von 6 Millisievert überschritten werden, so muss neben Maßnahmen zur Reduktion der Strahlenbelastung auch weitere Maßnahmen eingeführt werden wie

  • das Führen eines Strahlenpasses bei Arbeiten in fremden Betrieben oder
  • die regelmäßige ärztliche Untersuchung um die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenbelastung bei den Beschäftigten im Blick zu behalten wie auch
  • ist es möglich, dass die Landesbehörde im Betrieb, wenn dies den erforderlich sei, einen Strahlenschutzbereich einrichten könnte

Die Strahlendosis muss bei den betroffenen Beschäftigten dauerhaft ermittelt werden, um zu überprüfen, wie weit diese Personengruppen am Arbeitsplatz der ionisierenden Strahlung ausgesetzt sind und die dazu benötigten Dosimeter werden von zertifizierten Messstellen bereitgestellt, die von dem zuständigen Bundesland bestimmt werden. Da ein großes gesundheitliches Risiko gegenüber den Beschäftigten besteht ist der Arbeitgeber*in dazu verpflichtet, die betroffenen Arbeitnehmer*innen beim Bund für Strahlenschutz im Strahlenschutzregister zu registrieren. Das Strahlenschutzregister gilt als Überprüfungsmedium, dass alle, die im Register registriert worden sind, innerhalb der Grenzwerte für die zulässige jährliche Strahlendosis und die im Berufsleben ausgesetzter Strahledosis eingehalten werden.

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