Was macht Radon so gefährlich?

Radon ist ein natürlich vorkommendes Edelgas, welches als Nebenprodukt des radioaktiven Zerfalles von Radium und Uran entspringt. Die im Boden aufzufindende Konzentrationsmenge in Deutschland variiert von Gebiet zu Gebiet und wird von dem Bund für Strahlenschutz (BfS) auf einer Karte der Radonrisikogebiete festgehalten. Diese Auflistung beinhaltet den Jahresmittelwert die bei Messungen der Radon-222 Konzentration in der bodennahen Atmosphäre in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³ ) festgestellt worden sind. Die Konzentraton des Edelgases im Freien ist von den meteorologischen Bedingungen und den dadurch bedingten tages- und jahreszeitlichen Schwankungen abhängig und daher ist eine Langzeitmessung notwendig um eindeutige Aussagen über die Radonaktivitätskonzentration zu nennen.

Wann ist die Radonkonzentration gefährlich?

Nach Angaben des Bund für Strahlenschutzes (BfS) liegt der Jahresmittelwert der Radonaktivitätskonzentration zwischen 5 Bq/m³ bis 30 Bq/m³ in der freien Natur. Jedoch nach Angaben über deutsche Wohnräume wurden nach Messungen, vom BfS durchgeführt, ermittelt, dass der Jahresmittelwert in geschlossenen Räumen bei 50 Bq/m³ beträgt. Dabei ist jedoch anzumerken, dass in besonders gefährdeten Gebieten der Jahresmittelwert in Wohnräumen bis zu hunderten von Becquerel pro Kubikmeter betragen kann, was wiederum auf dauer eine gesundheitliche Gefährdung darstellt.

Der World Health Organization (WHO) zufolge wird ein Referenzwert von 100 Bq/m³ als gesundheitsschädlich betrachtet, wobei der (deutschen) Referenzwert (300 Bq/m3) als maximal akzeptierte Radon-Konzentration in Wohnungen gilt, da sich bei diesem Wert eine 16% Erhöhung des Lungenkrebsrisikos nachweisen lässt. Jedoch gibt es keinen Schwellenwert unterdessen die Radonbelasstung als ungefährlich gilt oder nicht gesundheitsschädlich, daher genügt schon eine geringe Menge von Radon aus bei der jemand über einen langjährigen Zeitraum ausgesetzt ist um einen gesundheitlichen Schaden zu verursachen.

Radon hat die Eigenschaft nicht von den Sinnen wahrgenommen zu werden, was durchaus die Lokalisierung und die Schutzmaßnahmen dem Edelgas gegenüber erschwert, daher wäre es möglich das Personen der Strahlung schon über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgesetzt wurden.

Welche Effekte hat Radon auf den Menschen?

Neben der Eigenschaft, dass Radon mit den Sinnen nicht wahrgenommen werden kann weißt es auch gesundheitliche Risikofaktoren auf, die über eine längere exposition mit der Strahlung zu Krebs führen kann.

Radon ist statistisch gesehen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Dies ist zurückzuführen auf die von Radon ausgehende ionisierende Strahlung, welche entsteht wenn Elektronen sich aus der Hülle der Atome bzw. Der Molekül lösen und als Alpha-, Beta-, Gamma-, Röntgen- und Neutronenstrahlung zurückzuführen sind.

Im Zusammenhang zu Radon wird zu meist von Alphastrahlung wie auch Alphateilchen gesprochen und dessen Eigenschaft der geringen Eindringungstiefe und hohen Strahlendosis. Diese Eigenschaft ist für den Menschen anfänglich unbedenklich da durch die Eindringtiefe die Hautzellen nicht beeinflusst werden können. Jedoch kann die Strahlung durch Zerfall über Staubpartikel, Aerosolen, feinste Schwebeteilchen in die Atemwege gelangen und die anfälligen Lungenzellen befallen. Anhand der Strahlung können diese Zellen auf der genetischen Ebene beeinflusst werden und während des Replikationsprozesses mutierte Lungenzellen wachsen lassen, die zum Lungenkrebs führen.

Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken ist proportional zur expositionsmenge für den Menschen, der Radon oder den radioaktiven Abbauprodukten – Plutnium, Wismut und Blei – in hohen Mengen ausgesetzt ist. Risikogruppen, deren Gesundheit beeinträchtig sind wie auch andere Umweltfaktoren können zu einem überproportionalen Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, im Zusammenhang zur expostionsmenge darstellen.

Zu den Risikogruppen gehören insbesondere auch Kinder, die von der Strahlung äußerst stark beeinflusst werden können, da sie im Gegensatz zu Erwachsenen, diese besonders sensibel reagieren. Anhand der predisposition von Kindern zwei- bis dreimal schneller als Erwachsene zu atmen gelangen somit die belasteten Partikel schneller in die Atemwege von Kindern und greifen das noch nicht ausgereifte kindliche Immunsystem an. Das Lungenkrebsrisiko ist bei Kindern höher im Zusammenhang der Strahlenbelastung, da sie eine schnellere Replikationsrate von Zellen aufweisen und somit die mutierten Lungenzellen schneller wachsen und zu Krebs führen können.

Wo befinden sich Radon Risikogebiete?

Das Strahlenschutzgesetzt verpflichtet Bundesländer, bis Ende 2020 Gebiete als Radon-Vorsorgebiete auszuweisen, in denen befindlichen Gebäuden eine hohe Konzentration von Radon zu erwarten ist.

Karte zur Prognose des Radonpotenzials in Deutschland

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Karte zur Radonkonzentration in der Bodenluft

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Auswirkungen von Radon auf einen Blick

  • Radon in geschlossenen Räumen erhöht nachweislich das Lungenkrebsrisiko.
  • Eine große Rolle für die Risikoabschätzung spielt neben der Höhe der Strahlenbelastung auch die Expositionsdauer. Alle Risikoabschätzungen zu Radon in Gebaäuden und Wohnungen beziehen sich auf eine langjährige Radonkonzentration mit Durchschnittswerte in Becquerel pro Kubikmeter über etwa 20 bis 30 Jahren.
  • Das Lungenkrebsrisiko steigt proportional zur langjährigen Radonkonzentrationsrate, der jemand ausgesetzt ist, dementsprechend kann gesagt werden, dass bei einer verdoppelten Radonkonzentration das Lungenkrebsrisiko verdoppelt wird.
  • Nach Angaben des BfS gibt es keinen Schwellenwert unterhalb dessen Radon ungefährlich sei, daher ist es dringend notwendig die Radonkonzentration innerhalb von Gebäuden zu reduzieren unabhängig der Konzentrationsmenge.
  • Bei einer jahrelangen Konzentration pro 100 Bq/m³ steigt das Lugenkrebsrisiko um etwa 16%. Dies ist unabhängig von dem Umstand ob die Person raucht, geraucht hat oder noch nie geraucht hat. Jedoch sind rauchen und Radon in Kombination welchesseitig und verstärken gegenseitig die Schädigung an den Lungenzellen. Dementsprechend wird das Krebsrisiko für Raucher und ehemalige Raucher durch die Exposition durch Radon erhöht. Doch Nicht-Raucher sind nicht von dem Krebsrisko ausgenommen, sondern das Risko wird durch Radon verstärkt und spielt eine gravierende Rolle in den Risikofaktoren für Lungenkrebs.
  • Nach Angaben des BfS ist aus den Risikoabschätzungen bezüglich Radon abzuleiten, dass 5% der gesamten Lungenkrebstodesfälle in Deutschland auf Radon zurückzuführen sind, somit gehört Radon neben Rauchen zu den großten Faktoren um an Lungenkrebs zu erkranken. Dabei ist zu bemerken, dass Radon schon in geringen oder mittleren Konzentrationsmengen auf eine längeren Zeitraum genügen um das Krebsrisiko zu erhöhen.
  • Die Strahlenbelastung hat nicht nur auswitrkungen auf die Lungen sondern kann auch andere Organe wie auch Schleimhäute beeinflussen, jedoch wurde nachgewiesen, dass die Strahlendosis auf diese Bereiche deutlich geringer ist als bei den Lungen und somit kann bis jetzt davon ausgegangen werden, dass Radon in Wohnungen und Gebäuden ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko verursacht und die Langzeitbeinträchtigungen von anderen Organen noch nicht völlständig ausgewertet werden können.

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